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Wellington

Wellington an einem Tag

Auch wenn Wellington sicher mehr Aufmerksamkeit verdient, gibt es doch immer wieder Neuseelandbesucher, die der Stadt nicht angemessen Aufmerksamkeit entgegenbringen und so die Schönheit der bezaubernden Hauptstadt übersehen. Sicherlich ist Wellington keine Großstadt wie Auckland und es gibt auch keine weltberühmten Thermalquellen wie in Rotorua und doch gelingt es der Stadt ihre Besucher zu verzaubern - wenn man sie nur lässt. Die beste Möglichkeit den Charme der Stadt zu erleben, besteht natürlich darin, längere Zeit in Wellington zu verbringen und sich in der entspannten, herzlichen Atmosphäre der Hafenstadt mit ihren zahlreichen Cafés, Restaurants, Second-Hand-Shops und was es sonst noch alles gibt treiben zu lassen. Sollte das aufgrund der Reiseplanung, die Besucher oftmals unter Zeitdruck nach Wellington kommen lässt, nicht möglich sein, sollte man sich zumindest etwas Zeit nehmen die Stadt und ihre Umgebung kennen zu lernen – andernfalls entgeht einem die Bekanntschaft mit einer wunderschönen Stadt zum wohlfühlen.

Da Wellington wegen der Interislander Fähre meist als Sprungbrett auf die Südinsel dient und daher meist nur wenig Zeit für die Stadt selbst eingeplant wird, nehmen wir an es sind zwei Übernachtungen gebucht und man will (und sollte) die Chance nicht verpassen Wellington wenigstens etwas kennen zu lernen. Da normalerweise eine frühe Fähre auf die Südinsel gewählt wird und der erste Tag vermutlich zur Hälfte mit der Anreise und dem Ankommen in der jeweiligen Herberge, Hotel oder Campingplatz verbracht wird, bleiben knapp anderthalb Tage für Wellington die Durchreisenden davon zu überzeugen zurück zu kommen oder sogar ihre Reiseplanung zu ändern.

Was also vom Anreisetag übrig ist, sollte genutzt werden um sich in Wellingtons Pubs und Restaurants für den nächsten Tag zu stärken und ein wenig das Nachtleben Wellingtons kennen zu lernen. Besonders glücklich sind hierbei selbstverständlich diejenigen, die an einem Wochenendtag ankommen, denn besonders dann blüht die Gegend um Courtney Place und Cuba Street auf und die Wahl zwischen den unzähligen Pubs, Restaurants und Clubs fällt schwer. Doch auch unter der Woche ist es nicht schwierig einen unterhaltsamen Abend in Wellingtons Pubs zu verbringen.

Leider ist es unmöglich an einem Tag ganz Wellington zu sehen und die liebenswerte Atmosphäre der Stadt auf sich wirken zu lassen. Da die Atmosphäre der Stadt aber einer der wesentlichen Charakterzüge Wellingtons ist, sollte das Programm nicht so voll sein, dass vor lauter Sightseeing die Atmosphäre verpasst wird; denn das hieße in der Tat den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.
Begonnen werden sollte am Mount Victoria. Eine Wanderung durch den Park bis hinauf zum Lookout von dem aus man sich einen ersten Überblick über die Stadt und die Bucht machen kann. Auch Herr der Ringe Fans kommen hier auf ihre Kosten, da einige Auenland Szenen hier gedreht wurden, was angesichts der wunderschönen Landschaft und den bewaldeten Hängen des Mt. Vic nicht schwer vorzustellen ist.

Ist man vom Mt. Vic Richtung Innenstadt herabgestiegen, kommt man quasi direkt zum Te Papa. Das Museum ist kostenlos, riesengroß und sehr abwechslungsreich. Vom Giant Squid bis zur Maori-Kultur, das Te Papa hat viel zu bieten und sollte nicht vergessen werden. Es lohnt sich. Auch die kleine Außenanlage des Museums ist einen Besuch wert: hier werden verschiedene charakteristische Landschaften Neuseelands auf engstem Raum dargeboten.

Nach dem Museumsbesuch sollte man sich eine Pause gönnen und entweder in eines der zahlreichen Cafés einkehren um die Wellingtoner Kaffeehauskultur zuerleben oder man nimmt sich einfach etwas von einem der Take-Away Restaurants mit, setzt sich an die malerische Waterfront, genießt ein paar Sonnenstrahlen und lässt die Atmosphäre der Stadt auf sich wirken – hat man ein wenig Glück findet hier gerade ein Markt, eine Kundgebung oder ein Festival statt.
Nach der Pause, die genossen werden sollte aber nicht zu lange dauern sollte, geht´s weiter zum Lambton Quay, der Einkaufsstraße Wellingtons. Der Weg dorthin kann entweder an der Waterfront oder durch die Innenstadt begangen werden, beides lohnt sich und ob man den Blick auf den Hafen oder den Weg durch die Fußgängerzone vorzieht ist jedem selbst überlassen. Ist man am Lambton Quay angelangt sollte man sich einwenig in der belebten Shoppingmeile treiben lassen bis man zum Cabel Car kommt, dessen Enthaltestelle etwa in der Mitte des Lambton Quay liegt. Hier löst man ein Ticket und fährt mit dem historischen Cabel Car nach oben zum botanischen Garten. Oben angekommen kann man zunächst die hervorragende Aussicht genießen und anschließend durch den botanischen Garten spazieren um die verschiedenen Abteilungen, wie den australischen Garten, den Rosen Garten oder den Magnolien Garten zu bewundern. Nebenbei bemerkt ist es hier auch möglich die berühmten neuseeländischen Glühwürmchen zu beobachten, sollte man sich entschließen den Garten im dunkeln zu besuchen. Diese befinden sich unweit des Eingangs Glen Road und erhellen dort den Wegesrand.

Ist man am Ende des botanischen Gartens angekommen, folgt man einfach den auf das Pflaster gedruckten Blumen zurück in die Stadt. Auf dem Weg kommt man zugleich am Parlament vorbei, das Bee-Hive genannt wird – wer es sieht wird wissen warum. Leider wird die Zeit nicht genügen um es von innen zu besichtigen, doch es ist auch von außen einen Blick wert. Hat man das Parlament schließlich hinter sich gelassen steht man am Ende des Lambton Quay und kann sich je nach Zeit noch den Rest des Lambton Quays anschauen oder vielleicht in ein Pub gehen um den Abend auf Wellington Art ausklingen zu lassen.

Wen immer diese Tour nicht überzeugt hat von der kleinen neuseeländischen Hauptstadt, der hat nicht genug Zeit hier verbracht und sollte zu seinem eigenen Besten noch etwas bleiben. Wellington ist jede Sekunde wert, die hier verbracht wird.