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Heimweh

Tipps gegen Heimweh

Plötzlich befindet man sich mehr als 20.000km entfernt vom eigenen zu Hause, auf der anderen Seite der Welt. Ohne Eltern, ohne Freunde, ganz auf sich allein gestellt. Kaum verwunderlich, dass viele Studenten da das Heimweh packt. Aber es gibt ein paar Tipps, die gegen die große Sehnsucht nach zu Hause helfen. Ganz vorne auf der Liste steht: sich klarmachen, was für ein einmaliges Erlebnis ein Auslandssemester in Neuseeland ist. Abgesehen von der spektakulären Natur, die Neuseeland zu bieten hat und wegen der sich die meisten Studenten für dieses Land entscheiden, haben die neuseeländischen Universitäten den  Ruf besonders praxisbezogen, innovativ und berufsnah zu sein und genießen generell großes Ansehen auf dem weltweiten Markt. Die Anerkennung von in Neuseeland erbrachten Qualifikationen ist damit kaum ein Problem. Zudem lassen sich bereits während des Studiums internationale Kontakte knüpfen, auf die man im späteren Berufsleben eventuell zurückgreifen kann.

Kontakte knüpfen ist überhaupt ein gutes Stichwort. In kaum einer anderen Umgebung lernt man so schnell so viele Menschen aus aller Welt kennen wie in einer Universität innerhalb eines Auslandssemesters. Als Neuankömmling findet man natürlich schnell Anschluss mit anderen Neulingen, weckt aber auch das Interesse der einheimischen Kiwis und kommt rasch ins Gespräch mit den aufgeschlossenen Einwohnern Neuseelands. Und kaum etwas hilft so gut über die Sehnsucht nach Familie und Freunde zu Hause hinweg wie neu geschlossene Freundschaften. Der zweite Tipp für Heimwehgeplagte heißt also: sich auf keinen Fall verkriechen sondern vorurteils- und angstfrei unters Studentenvolk mischen (am besten auch auf den unzähligen Studentenpartys!). Schnell wird man feststellen, wie relaxt und freundlich die Neuseeländer sind und wie sehr sich auch die anderen ausländischen Studenten bemühen, internationale Bekanntschaften zu schließen.

Das einfache Zugehen auf fremde Menschen und das Wachsen des eigenen Selbstbewusstseins ist schließlich etwas, das ein Auslandsaufenthalt auf eigene Faust mit sich bringt. Wer zum ersten Mal auf sich allein gestellt ist, wird schnell seine Stärken und Schwächen erkennen, aber auch neue Seiten an sich kennen lernen. Man wird selbständiger und macht auch sonst große Schritte hinsichtlich der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Diese Selbständigkeit bringt zweifellos auch eine gewisse Loslösung von den Eltern und der Familie mit sich, mit anderen Worten: das Heimweh wird nach einer Weile von alleine verschwinden, je mehr man sich dem neuen Land und neuen Leben öffnet. Der dritte Tipp gegen Heimweh lautet dementsprechend: nicht zu sehr an das Alte klammern, sondern sich dem neuen Leben öffnen. Telefonate in die Heimat sind natürlich erlaubt, in der Anfangszeit mögen sie auch über den größten Schmerz hinweghelfen. Andererseits kann zu häufiges anrufen zu Hause den Abschied von der Familie letztendlich noch erschweren, da man sich Freunde und Familie ständig vor Augen führt und das Gefühl des Alleinseins auf der anderen Seite der Erdkugel noch stärker bewusst wird. Auf lange Sicht gilt es daher, die kostbare Zeit besser mit Aktivitäten mit den neu gewonnen Freunden (aber auch alleine auf eigene Faust!) zu verbringen. Neuseeland ist nicht umsonst eines der abenteuer- und aktionsreichsten Länder der Welt, in dem man jede erdenkliche adrenalingeladene Sportart ausprobieren kann. Aber auch für alle weniger Adrenalinsüchtige gibt es einiges zu entdecken. An freien Tagen sollte unbedingt die nähere Umgebung erkundet werden, auch für sich alleine. Für viele mag die Vorstellung von einsamen Spaziergängen abschreckend wirken, aber an dieser Stelle kann beruhigend festgehalten werden, dass man sich in einer neuen Stadt, vor allem zwischen den Menschenmengen in den Studentenstädten und größeren Ortschaften Neuseelands, nicht alleine fühlen wird, zumal es so viel Neues zu sehen und zu entdecken gibt. Und schließlich trifft man gerade auch bei derlei Alleingängen auf andere „einsame“ Studenten und Backpacker und schnell ist man dann schon zu zweit. Und wer total verzweifelt mitten in der City steht, mit einem verkehrt herum gehaltenen Stadtplan, wird auch schnell auf freundliche Einheimische treffen, die gerne weiterhelfen.

Um zu häufiges Alleinsein gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollte man sich eine Unterkunft in Universitätsnähe suchen und sich diese am besten mit anderen Menschen teilen. Der vierte Tipp gegen Heimweh lautet also: unbedingt eine WG mit Kommilitonen oder einheimischen Kiwis beziehen oder sich in einem Studentenwohnheim einmieten und für die Anfangszeit die Unterbringung in einem Hostel in Erwägung ziehen. Letzteres bietet nicht nur eine gute Ausgangsbasis für die weitere Wohnungssuche und Orientierung in der Umgebung, da das freundliche Hostelpersonal sich gut auskennt und eventuell wichtige Tipps zu Einkaufs- und  Ausgehmöglichkeiten parat hat, sondern ist auch ein hervorragender Treffpunkt für Leute aus aller Welt. In Hostels lernt man mitunter am schnellsten junge, aufgeschossene Menschen kennen und es lassen sich super Erfahrungen austauschen und Informationen sammeln und nicht zuletzt auch erste nette Bekanntschaften schließen, die über die kritische Heimweh-Anfangsphase hinweghelfen.

Wer schließlich das Glück hat, eine WG mit einheimischen Kiwis zu beziehen, wird feststellen, dass die Neuseeländer sehr aufgeschlossene und neugierige Menschen sind, die gerne mehr über ausländische Kulturen und Traditionen erfahren, aber auf der anderen Seite dem Neuankömmling auch mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es um Fragen und Probleme zum Leben in der eigenen Heimat geht. Zudem machen es die Kiwis Neuankömmlingen leicht, Anschluss zu finden, da es nicht ungewöhnlich ist, schon nach kürzester Zeit zu Barbecues und Partys eingeladen zu werden – und diese Einladungen sollte man, und das ist der fünfte Tipp gegen Heimweh, vor allem in der Anfangszeit, auf keinen Fall abschlagen. Nicht nur, weil das neuseeländische Barbecue zur Kiwi-Experience einfach dazugehört und äußerst schmackhaft ist, sondern auch weil man hier weitere Bekanntschaften schließen kann. Die Kiwis sind überdies recht stolz auf die Naturschönheiten, die ihre Heimat zu bieten hat, und sind in der Folge auch gerne bereit, dem Neuling diese näher zu bringen. Und spätestens dann, wenn man mit einer Tüte köstlichen heißen Fish and Chips am wunderschönen Sandstrand sitzt mit Blick auf kristallklares Meerwasser und Urwald-Bergpanorama im Rücken, und um sich herum einige ausgelassen lachende Kiwis, die eine große Portion (mitunter schwarzen) Humor präsentieren, ist das Heimweh und die Sehnsucht nach zu Hause längst vergessen.

Abschließend kann also konstatiert werden: Ab und an ist ein Telefonat mit der Familie zu Hause natürlich gestattet und durchaus empfehlenswert. Schließlich wollen die Lieben daheim ja auch auf den neusten Stand gebracht werden und wissen, wie es einem inmitten der Kiwis ergeht. Ungleich mehr Zeit sollte allerdings in die Erkundung des Landes investiert werden, mitsamt dessen Natur, Kultur und Bewohnern. Letztere sind, so wird man rasch feststellen, sehr aufgeschlossene und nette Menschen, die dem Neuling von der anderen Seite der Welt das eigne Land nur zu gern von der besten Seite vorstellen. Folglich sollte man das Abenteuer Neuseeland frohen Mutes angehen und sich vor eventuell aufkommender Sehnsucht nach der Heimat nicht abschrecken lassen. Inmitten atemberaubender Landschaften und hervorragender Universitäten, umgeben von freundlichen Kiwianern auf ausgelassenen Partys, Barbecues und in der eigenen WG, bei leckerem Essen und hervorragendem Wein und Bier wird man sich schnell zu Hause fühlen und Heimweh bald weniger ein Thema sein als der bevorstehende Abschied von einem Land, von dem man sich gar nicht mehr trennen will.