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Auckland

Ausflugsziele rund um Auckland

Genug von Straßenlärm und Großstadttrubel? Besteht der Wunsch, einfach mal dem Studienalltag zu entkommen? Kein Problem in Auckland. Der nächste Erholungsort ist nur wenige Minuten entfernt. Im Folgenden werden einige schöne Ausflugsziele rund um Auckland vorgestellt, die gestresste Studenten auf andere Gedanken bringen.

 
 

Devonport

Dieses Ausflugsziel ist zwar auch mit dem Auto zu erreichen, lässt sich aber wunderbar mit einem kleinen, 12-minütigen Bootsausflug kombinieren, der schöne Ausblicke auf die Aucklander Skyline erlaubt. Für 10 NZD kommt man mit der Fähre nach Devonport und wieder zur Queens Wharf in Auckland zurück. Abgelegt wird von Pier 1. Dort angekommen, begeistert eine charmante Kleinstadt mit schönen, zum Schwimmen geeigneten Buchten, Villen im viktorianischen Baustil, vielen Cafés und diversen kulturellen Einrichtungen. Lohnend ist außerdem der Ausblick vom Mount Victoria auf das Festland.

Um das alles zu sehen, bedient man sich am besten der Wandertour, die auf vielen kostenlosen Broschüren und Ortsplänen Devonports verzeichnet ist. Diese startet am Devonport Beach und führt entlang der schönen Torpedo Bay zum Cheltenham Beach, wo sich in den Sommermonaten, zwischen Dezember und März, ein Sprung ins Wasser lohnt. Erfrischt geht es weiter zum Devonport Museum, wer will kann zuvor noch einen Abstecher zum Fort Takapuna machen. Anschließend wird der Mount Victoria erklommen, die großartige Aussicht genossen und auf künstlichen Fliegenpilzen herumgehüpft. Zurück geht es an unzähligen kleinen Shops und Cafés hinter hübschen Fassaden vorbei zur Victoria Road, nahe der Anlegestelle, wo der Rundgang endet.


Mission Bay


Der Strand der Mission Bay ist einer der sicheren Strände in der Auckland Region und kann – rein theoretisch – das ganze Jahr zum Schwimmen genutzt werden. Das Wasser ist ruhig und der Sand hell und sauber. Zudem findet sich direkt angrenzend eine große Grünfläche, für all jene, die ihr Picknick lieber sandfrei genießen. Sportlich Aktive können sich vor Ort Rollerblades, Kayaks oder Fahrräder ausleihen und die schöne mit Bäumen gezierte Promenade entlangfahren beziehungsweise das wilde Treiben vom ruhigen Meer aus beobachten. Wer nach dieser körperlichen Ertüchtigung Hunger verspürt, sollte sich unbedingt ganz klassisch Fish and Chips in einer der vielen Buden bestellen und diese im Anblick des Rangitoto Vulkans genießen. Aber aufpassen, dass die Möwen einem den Fisch nicht aus den Fingern klauen! Alternativ kann man es sich auch in einem der unzähligen Restaurants an der Promenade gemütlich machen.
Am westlichen Ende von Mission Bay lohnt auch der Aufstieg zum Bastion Point, der eine schöne Aussicht auf den Hauraki Gulf gewährt.

Mit dem Auto dauert die Fahrt zur Mission Bay 15 Minuten und führt den schönen Tauraki Drive entlang, der tolle Ausblicke auf die Küste birgt. Parken ist an der Mission Bay umsonst. Auf dem Weg zur Bay liegen außerdem weitere Sehenswürdigkeiten wie das Auckland Museum (näheres hierzu siehe unten), die Rosengärten in Parnell und die Okahu Bay. Vom Britomart Transport Centre in der Lower Queen Street fahren auch Busse zur Mission Bay. Ganz Sportliche können auch den 45-minütigen Fußweg auf sich nehmen, hierher Radfahren oder Rollerbladen.


Auckland Domain


Die Auckland Domain ist ein tolles Ausflugsziel für alle, die zu Fuß unterwegs sind und der Großstadt für ein paar Stunden entfliehen wollen. Von der Queen Street geht es zur Symonds Street, bei der Grafton Road rechts abbiegen und hinunter – und dann wieder hinauf! – zur Domain laufen. Den beschwerlichen Weg verschönert vor allem der Lovers Walk hoch zum Ententeich, der den Besucher mitten in den Urwald zwischen Farne und Palmen versetzt und an Bächen und kleinen Wasserfällen vorbeiführt. Oben angekommen lohnt der Rundgang um den großen Ententeich und in die botanischen Wintergärten, die Farne im Freien und farbenprächtige Blumen und Pflanzen in verglasten Hallen zeigen.

Allerdings sollte man beim Umherschlendern in den großen Gartenanlagen nicht zu viel Zeit und Kraft verbrauchen – ein Besuch im Auckland Museum, für den man locker zwei Stunden einplanen muss, sollte auf jeden Fall auf dem Programm stehen. Eintritt wird nicht verlangt, aber eine Spende von 5 NZD sehr gern gesehen. Das Museum bietet neben kulturellen Ausstellungsstücken zur Maori- und Siedlervergangenheit auch tolle interaktive Räume, in denen man Insekten unter dem Mikroskop begutachten, Computerquizze zum Thema Natur lösen oder eine Vulkanausbruch-Simulation erfahren kann. Zudem gibt es eine preisgekrönte Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg, die mit kurzen interessanten Dokumentationsfilmen gespickt ist, sowie eine große Sammlung zum Thema Unterwasserwelt, den riesigen Moas und Dinosauriern. Kaum irgendwo sonst kann so zutreffend behauptet werden, dass in diesem Museum für wirklich jeden etwas dabei ist.

Wer den etwa 20- bis 25-minütigen Weg von der Innenstadt scheut, kann alternativ auch den Link-Bus nehmen, der den Besucher bequem vorm Museum absetzt. Die Domain eignet sich aber auch für alle, die es lieber sportlich haben, hervorragend zur körperlichen Ertüchtigung in Form von Joggen, Fußball-, Tennis- oder Cricketspielen auf den großflächigen Plätzen und Wiesen.


Long Bay


Das Meeresreservoir der Long Bay umfasst einen kilometerlangen Sandstrand, grüne Hügellandschaften, die den schönen Strand von der umgebenen Stadt abschirmen, sowie eine große Grünfläche, die sich an kleinen Dünen zum Strand anschließt und sich wunderbar für Barbecues und Ballspiele eignet. Kostenlose Grillplätze, die entweder mit Gas oder Holz (muss selber mitgebracht werden) betrieben werden, sind vorhanden, genauso wie Holztische und Bänke, die im Schatten der Bäume untergestellt sind. Nach dem Essen wird der feinsandige Strand erkundet, der sich vom Sommer bis in den frühen Herbst hinein zum Schwimmen eignet.

Die Parkanlage zieht sich weitere zwei Kilometer nach dem Ende der Bucht in den Norden, bevor sie landeinwärts auf einen Fluss trifft. Ein Wanderweg, der entlang des Sandkliffs verläuft, gewährt fantastische Ausblicke über den Hauraki Gulf. Der Weg führt durch den mit Farnen und Palmen gespickten Urwald, Nebenwege offenbaren zudem Überreste von Kanoneninstallationen aus dem Zweiten Weltkrieg. Historische Farmhäuser wurden restauriert und sind nun für Besucher zugänglich. Der Weg lohnt sich also!

Die öffentlichen Einrichtungen im Long Bay Park umfassen Toiletten, Umkleidekabinen, Duschen und Grillplätze. Der Park befindet sich an der Ostküste, rund 30 Minuten Autofahrt von Aucklands Innenstadt entfernt. Es gibt aber auch regelmäßig verkehrende Busse hierher.


Piha, Karekare und die Waitakere Ranges


Piha gilt als Neuseelands bekanntester Surferstrand. 40 km von der Aucklander Innenstadt entfernt, genießt der an der Westküste gelegene schwarzsandige Strand den Ruf eines wilden Surferparadieses. Piha war der Geburtsort des Wellenreitens in Neuseeland und mauserte sich schnell zum Musterstrand für Lebensrettungsübungen unter schwersten Bedingungen.
Pihas Küste ist umgeben von Riffs und Klippen und die Strömung ist sehr stark, weshalb der Strand für ungeübte Surfer keinesfalls zu empfehlen ist. Schwimmen ist nur in überwachten Gebieten gestattet, die durch Flaggen gekennzeichnet sind.
Aber auch wer nicht ins Wasser geht, kann in Piha viel Spaß haben. Der Strand ist weit und recht breit und lädt zu diversen Ballspielen ein. (Im Sommer sollte man aber geschlossene Schuhe tragen, da sich der schwarze Sand sehr schnell aufheizt!) Vom Lion Rock, der mitten im Sand aus dem Boden hervorragt und sich bis ins Meer zieht, hat man eine fabelhafte Aussicht auf die Küste. Allein der Anblick der gewaltigen Wellen und der Meeresbrandung an den Klippen ist einfach umwerfend. Hier sieht die Natur noch wirklich ursprünglich aus.
Dies gilt umso mehr für Karekare, Pihas Nachbarstrand, der unbewohnt und noch ursprünglicher und wilder ist. Umgeben von Dünen und nur durch den vom Meer ins Inland fließenden Bach zu erreichen (kurze Hosen anziehen!), liegt Karekares Strand an schwarzen schroffen Felswänden, die in atemberaubendem Kontrast zur grünen Kulisse der Berge im Hinterland stehen. Berühmt wurden Piha und Karekare vor allem durch Jane Campions Film „Das Piano“, dessen dramatische wie fantastische Strandszenen hier gedreht wurden.
Wer in der Gegend gerne schwimmen möchte, sollte sich an die Strände im nördlichen Piha halten. Ein steiler Weg über die Klippen am nördlichen Ende von Nordpiha bringt die Wagemutigen zum White’s Beach, einem kleinen Strand, der nur über den anspruchsvollen Weg das Kliff hinunter oder die Kletterei den Berg hinab zu erreichen ist. Wenn gerade keine Flut herrscht, ist auch der so genannte „Spalt“, englisch „The Gap“, am südlichen Ende Pihas zum Schwimmen geeignet. The Gap ist ein kleiner Strand, der sich nur bei Ebbe und schwacher Strömung auftut und durch einen Spalt in den Felsen zum tasmanischen Meer hin mit Wasser gefüllt wird. Bei Ebbe entsteht so ein kleines Schwimmbecken, das Blue Pool genannt wird und sich für ein ungefährliches Planschvergnügen eignet. Zum Gap gelangt man, indem man bei Ebbe dem Strandverlauf entlang der Felsen folgt. Vom Tasman Aussichts-Track hat man einen schönen Blick auf The Gap, gelangt von hier aus jedoch nicht zu ihm hinunter.
Umgeben sind Piha und Karekare Beach von den spektakulären Waitakere Ranges, die mit Wasserfällen inmitten von subtropischen Urwäldern und einer erstaunlichen Flora glänzen. Diese faszinierende Umgebung kann auf eigene Faust über die vielen Wanderwege erkundet werden. Zudem bietet der Park eine Vielzahl an Aktivitäten an, größtenteils geführte Touren, wie Canyoning mit spektakulären Abseilmanövern von bis zu 80 Metern sowie Wasserfallsprünge und Naturrutschen, Fischen, Trampen, auf Pferden Reiten, Bootausflüge und einiges mehr. Individuallisten können sich im Besucherzentrum, dem Arataki Centre, über Wandertouren, Wettervorhersagen und die besten Aussichtspunkte und Picknickplätze informieren. Die Anfahrt zu den Stränden dauert etwa 50 Minuten und führt im letzten Abschnitt den malerischen Scenic Drive entlang.


Und bei schlechtem Wetter?


Bei Nebel und Regen kann Auckland ganz schön trist und düster sein. Zumindest kann man sich aber auf eines verlassen: die Unbeständigkeit des Wetters, was an Regentagen durchaus Hoffnung gibt. Einfach die Regenpause nutzen und beispielsweise in die Auckland Domain gehen (es fahren auch Busse hierher) und einen schönen Tag beim Schlendern durch die Wintergärten und das große Museum verbringen.

Alternativ lohnt sich an nebligen Tagen auch ein Ausflug zum Piha und Karekare Beach. Wolken und Nebelfelder, die sich um die Bergspitzen ziehen und über dem Lion Rock hängen bleiben, lassen die wilden Westküstenstrände nur noch wilder aussehen und verleihen ihnen damit eine zusätzliche besondere Atmosphäre, die eindeutig etwas für sich hat. Und auch mit einer Tüte heißen Fisch und Chips lässt sich an windigen bewölkten Tagen gut in der Mission Bay aushalten. Zumal die Sonne sich mit Sicherheit auch bald wieder zeigt. So ist Auckland nun mal.


Sina Huth